Kassel - Folgenden Artikel fanden wir heute auf den Internetseiten von Heise:
Die von der Bundesregierung initiierte Sperrung kinderpornografischer Internet-Seiten wird sich um etliche Monate verzögern. Die Deutsche Telekom machte im Nachrichtenmagazin Focus technische Hürden dafür verantwortlich. Telekom-Sprecher Ralf Sauerzapf sagte: "Wir müssen eine Software entwickeln, die es bis dato noch gar nicht gibt, und diese auf einigen hundert Servern testen und installieren." Die Entwicklung und Umsetzung dieses vollautomatischen Verfahrens koste mehr Zeit als gedacht. "Die Sperre kann daher voraussichtlich erst in einem halben Jahr aktiviert werden", so Sauerzapf. (dpa)
Wir meinen, dass es dringend an der Zeit ist, gegen Kinderpornografie ganz entschlossen vorzugehen und entsprechende Strafen zu verhängen. Wir sind jedoch sehr skeptisch, wenn dieses sensibele Thema dazu Missbraucht wird, um quasi durch die Hintertüre eine Zensur des Internets zu etablieren. Die von Frau Ursula von der Leyen initiierte Gesetzesinitiative ist lediglich dazu geeignet, den standart User zu sperren. Niemals jedoch wird es gelingen, die wirklichen Cracks der Zunft zu blocken.
Liebe Frau von der Leyen, wenn Sie schon Gesetze basteln müssen, die mit dem Internet und der Technik des Selbigen zusammenhängen, dann sei es Ihnen zukünftig dringend angeraten, erst eine entsprechende Bildungsmaßnahme zu besuchen und dann mit dem Arbeiten zu beginnen. Mein Großvater sagte immer: "erst Hirn einschalten, dann handeln." Mit dem jetzigen Gesetzesentwurf sind Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Das BKA kann praktisch wahllos Seiten benennen, die dann gesperrt bzw. zensiert werden. Wenn nun auch noch eine Protokollierung der IP der User, die auf die vorgesehene Stopseite treffen vorgenommen wird und diese Protokolle dann auch noch ausgewertet werden, dann kann man zukünftig durch einfache Linksetzung z.B. in Emails User dazubringen ahnungslos eines völlig falschen Verdachts ausgesetzt zu werden.
Wir können deshalb jedem nur raten zukünftig sehr stark darauf zu achten, wessen DNS-Server er benutzt.
Abschließend möchten der Verein Nicht Abzocken e.V. nochmal deutlich darauf hinweisen, dass Kinderpornografie aus Sicht des Vereins mit großem Abstand das schändlichste ist und auf das Äußerste bestraft gehört. Nicht weniger schändlich ist es jedoch, wenn diese Taten dafür herhalten müssen, eine Zensur des Internets schleichend unter das Volk zu bringen.
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